Händedesinfektion in Kita lohnt sich


Handhygiene gegen Atemwegsinfekte
Händedesinfektion in Kita lohnt sich

Kinder erkranken seltener an Infektionen der Atemwege und benötigen weniger antibiotische Medikamente, wenn sie bei der Handhygiene Desinfektionsmittel verwenden.

Alle Jahre wieder: Husten und Infekte der Atemwege in Kitas

In der kalten Jahreszeit haben in Kindergärten und Krippen wieder Husten, Ohrenentzündung und Bronchitis Hochkonjunktur. Ernestina Azor-Martinez und ihre Kollegen vom Krankenhaus Torrecardenas in Almeria, Südspanien, gingen der Frage nach, ob eine bessere Hygiene der Hände einen Einfluss auf die Zahl der Atemwegserkrankungen bei Kindern hat. Hierfür untersuchten sie insgesamt 911 Kinder bis zu 3 Jahren, die mindestens 15 Stunden pro Woche in einer öffentlichen Einrichtung betreut wurden.

Die Forscher teilten die Kinder in 3 Gruppen ein: Ein Teil der Kinder wusch die Hände mit Wasser und Flüssigseife ohne antibakterielle Zusätze. Die zweite Gruppe verwendete ein Handdesinfektionsmittel mit 70 Prozent Ethanol und die Kinder der Kontrollgruppe behielten ihre üblichen Handwaschgewohnheiten bei. Alle Kinder und Betreuer wuschen sich die Hände entsprechend den speziellen Vorgaben nach Ankunft und vor Verlassen der Einrichtung, vor und nach dem Essen, nach Aufenthalten im Freien, nach Toilettengängen sowie nach Niesen oder Naseputzen. Zusätzlich gab es Schulungen für Eltern und Betreuer zum Thema Handhygiene und über die richtige Verwendung von Desinfektionsmitteln.

Mit Händedesinfektion seltener krank und weniger Antibiotika

In den acht Monaten von November 2013 bis Juni 2014 kam es zu insgesamt 5211 Fällen von Atemwegserkrankungen in den Kitas. Dabei hing das Erkrankungsrisiko der Kinder von der Art ihrer Handhygiene ab: Kinder, die sich die Hände desinfizierten, erkrankten mit einem um 23 Prozent geringerem Risiko als die Kinder aus der Kontrollgruppe. Ihnen wurde im Vergleich 31 Prozent weniger Antibiotika verschrieben. Kinder, die sich die Hände mit Wasser und Seife wuschen, besaßen ein um 21 Prozent höheres Infektionsrisiko und um 31 Prozent mehr Verschreibungen für Antibiotika als die Kinder aus der Desinfektionsgruppe.

Insgesamt gab es 5186 Fehltage aufgrund von Atemwegsinfekten. Kinder aus der Gruppe mit Handdesinfektion blieben deutlich weniger Tage zu Hause als die Kita-Kinder der Seifen- oder Kontrollgruppe (3,3 Prozent gegenüber 3,9 und 4,2 Prozent).

Quelle: Ärztezeitung

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