Noch viele essbare Pilze verstrahlt


Vorsicht beim Sammeln
Noch viele essbare Pilze verstrahlt
Volodymyr TVERDOKHLIB/shutterstock.com

Jetzt im Herbst machen sich wieder die fleißigen Pilzsammler*innen auf den Weg in den Wald. Doch Vorsicht, manchen Leckerbissen sollte man lieber stehen lassen. Denn einige Pilzarten weisen hohe radioaktive Cäsiumwerte auf, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz.

Bayerischer Wald und Osnabrücker Land

35 Jahre ist es schon her, dass durch die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl weite Teile Europas mit dem radioaktiven Cäsium-137 kontaminiert wurden. Besonders stark traf es die südosteuropäischen Länder, aber auch Deutschland bekam einen gehörigen Teil davon ab. Noch heute befindet sich das radioaktive Element in der Erde, vor allem in Waldböden. Von dort nehmen es Pflanzen und Pilze auf.

Wie stark ein Pilz belastet ist hängt von seiner Art und seinem Standort ab. Die höchsten Cäsiumwerte hat das Bundesamt für Strahlenschutz in Pilzen des Bayerischen Waldes gefunden. Neben dem südlichen Bayern sind in Deutschland außerdem das Osnabrücker Land und Gebiete entlang der Elbe und Leine von einer hohen radioaktiven Pilzbelastung betroffen.

Mit über 1000 Bc/kg belastet

Vereinzelt wurden in den Pilzproben aus der Untersuchung im Jahr 2021 über 4000 Becquerel (Bq) Cäsium-137 pro Kilogramm Pilzmasse gemessen (im Handel erlaubt sind nicht mehr als 600 Bq/kg). Mit über 1000 Bq/kg belastet sind Maronenröhrlinge, gelbstielige Trompetenpfifferlinge, Schnecklingsarten, Seidige Ritterlinge und Semmelstoppelpilze. Auch wenn diese lecker schmecken, sollten Pilzsammler*innen sie besser stehen lassen.

Andere heimische Wildpilze tragen weniger Radioaktivität in sich. Wer wissen möchte, wo genau die Belastungen in Deutschland am höchsten ist und welche Werte in den einzelnen Pilzarten gemessen wurden, schaut am besten in den Strahlenbericht des BfS.

Pilzmahlzeit entspricht Flug nach Gran Canaria

Dort macht das Bundesamt auch eine Beispielrechnung auf: Bei einer Mahlzeit mit 200 g Pilzen, die mit 3000 Bq/kg Cäsium-137 belastet sind, nimmt man 0,008 Millisievert auf. So hoch ist etwa die Strahlenbelastung, wenn man von Frankfurt nach Gran Canaria fliegt, erklärt das BfS.

Quelle: Pilzbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz

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